Gesundheitspädagogik

Fit fürs Leben – Aufklären und Informieren, Stärken und Motivieren

Patientenschulungen in der Fachklinik Sylt haben sich als notwendige, aber auch sehr sinnvolle und nachhaltige Ergänzung der ärztlichen Versorgung von chronisch kranken Kindern und Jugendlichen etabliert. In der stationären Rehabilitation sind sie mittlerweile ein elementarer Bestandteil der Patientenversorgung und ein eigenständiges Modul der Reha- Therapiestandards (RTS). Die Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) fordert für die ausführenden Berufsgruppen von Schulungen eine „multiprofessionelle Leistungserbringung aller qualifizierten Berufsgruppen mit Zusatzqualifikation in Moderation und Gruppenarbeit“. Die personelle Besetzung von Patientenschulungen zeichnet sich auf Grund der multidisziplinären Inhalte durch eine hohe interdisziplinäre und fachliche Qualität aus.

Indikationsabhängig sind es neben Mediziner*innen in der Regel insbesondere Fachleute aus der Gesundheitsschulung, der Pflege, der Bewegungstherapie, der Psychologie und der Ernährungsberatung, die die verschiedenen Schulungen inhaltlich in sich ergänzenden und aufeinander aufbauenden Modulen „mit Leben“ füllen. Die veränderte Patientenstruktur mit einem Zuwachs an begleiteten Patient*innen und deren Eltern sowie der Wunsch die Begleitpersonen noch stärker als bisher aktiv am Rehaprozess zu beteiligen und ihre Fähigkeiten zum Krankheitsmanagement noch deutlicher zu fördern, hat den Bedarf an ein erweitertes Leistungsangebot/Schulungen abgebildet und nötig gemacht. Deshalb liegt der Fokus von Schulungen und der zu Schulenden nicht nur auf den Kindern und Jugendlichen sondern gleichermaßen auch auf Schulungseinheiten mit Eltern als Begleitpersonen der jungen Patient*innen entsprechend ihrer Diagnose(n).

Mit unseren mittlerweile in ganz Deutschland anerkannten, renommierten und evaluierten Trainingsangeboten und therapeutischen Maßnahmen verbessern wir den Krankheitsverlauf und tragen, insbesondere durch den besonderen Standort Sylt selbst, zur Heilung bei. Die Kinder und Jugendlichen werden seelisch und körperlich stabiler. Wir fördern ihre Selbstwahrnehmung und machen sie dadurch selbstbewusster. Vor allem aber werden sie fit für den Alltag zu Hause, indem sie Methoden an die Hand bekommen und motiviert werden, ihre Krankheit eigenständig zu bewältigen. Sie übernehmen Verantwortung für sich selbst und haben mehr Freude am Leben und am Lernen. Eben genau deshalb ist Zielsetzung der Patientenschulung und der verhaltenstherapeutischen Leistung im Kern, so könnte man sagen, eine generelle Verbesserung der Krankheitsakzeptanz, Erweiterung des krankheitsspezifischen Wissens zur Anatomie und Pathophysiologie, zu Ursachen, Auslösern, zu medikamentöser/nicht medikamentöser Therapie und deren Steuerung, die Motivation zu eigenverantwortlichem Krankheitsumgang, die Stärkung der Selbstwirksamkeit / Empowerment, Steigerung der Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle und nicht zuletzt eine Verbesserung des physischen und psychischen Umgangs mit Krankheit und Krankheitssymptomen (Juckreiz, Atemnot, Heißhunger, Unterzuckerungen, Stoffwechselentgleisungen usw.).

Die Entwicklung und das Einüben von Handlungsmöglichkeiten zur Krankheitskontrolle, Steigerung sozialer und emotionaler Fertigkeiten im Umgang mit der Erkrankung, das Entdecken eigener Ressourcen und Unterstützer, all das ist möglich durch die einerseits langjährige Erfahrung der Mitarbeitenden im Bereich Schulung, andererseits durch deren sehr emphatisch und bedürfnisorientiertes Vorgehen selbst. Um die Qualität der Schulung auch hinsichtlich der Zielsetzung zu sichern, beträgt die Gruppengröße für die Begleiteltern maximal 15 Teilnehmende. Für die Kinder und Jugendlichen hat sich eine Gruppengröße von maximal 8 bis 10 Teilnehmer*innen bewährt, da darüber hinaus eine angemessene Schulungsatmosphäre nicht mehr erreicht werden kann. Diese und weitere Anforderungen der Struktur- und Prozessqualität von Schulungen sind durch die verschiedenen Fachgesellschaften geregelt.